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Micro Bell 47G: Taumeln/Pendeln im Schwebeflug

 
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IKU



Anmeldedatum: 09.05.2006
Beiträge: 3

BeitragVerfasst am: 09.05.2006, 19:32    Titel: Micro Bell 47G: Taumeln/Pendeln im Schwebeflug Antworten mit Zitat

Hallo @all

Bin seit einigen Wochen Besitzer einer Graupner Bell 47G in der neuen Version 2006 und hab als Gast alles hierzu im Forum dankbar aufgesaugt. Nun war ich auch von dem Problem des Pendelns betroffen. Die Infos dazu sind zwar auch im FAQ von Foschi angesprochen, aber leider in mehreren threats versteckt, weshalb ich mir erlaube, ein neues Thema zu eröffnen. Hier meine Erfahrungen, die in einem ähnlichen Fall vielleicht nützlich sein können:

Meine Bell flog out-of-the-box prima - sie stand im Schwebeflug im Wohnzimmer fast wie angenagelt. Übermut hat zwar ab und zu die Blattspitzen gefetzt, aber das Ankleben der Fragmente führte zu keiner spürbaren Veränderungen des Flugverhaltens. Bis dann mal die Couch in den Weg gesprungen ist. Beim Kontakt waren Blätter gebrochen, die Stabistange verbogen und der obere Originalkopf gerissen. Zunächst hab ich neue Blätter montiert, die Stabistange gerade gebogen und den Plastikkopf gemäß dem howto von cartman mit Kohlefaser verstärkt/repariert. Obwohl danach das Gabelstück vermeintlich völlig fest saß (wurde nicht verklebt), zeigte sich bei Halbgas eine extreme Unwucht, dass der Heli fast umkippte. Es berührten sich sogar zwei Blätter (wieder fetz). Also musste doch einer neuer Kopf her, der Alu-Antikollisionskopf von www.georgbruedern.de.

Nach Montage des Alukopfes die große Enttäuschung: Unwucht weg, aber der Heli flog selbständig Kreise mit 1 m Durchmesser – er taumelte quasi auf der Stelle. Man musste ständig mit den Knüppeln rühren. Erst dachte ich, der neue Alukopf sei Schuld. Herr Davideit (Georg Brüdern) bot einen Umtausch an und gab Tipps, worauf zu achten ist: Die Stabistange muss 100% gerade und völlig leichtgängig sein. Die Stabistange meiner Bell war noch minimal verbogen, was man nur mit einem Lineal erkennen konnte. Nach dem Richten wurde das Taumeln zwar schwächer, war aber immer noch vorhanden. Zumindest zeigte dies, dass der Heli sehr empfindlich auf geringste Verformungen der Stabistange reagiert. Justierungen der Stabistangenlagerung brachten keinen Erfolg. Schlussendlich hab ich die oberste Schraube im Gabelstück weggelassen, damit die Stange ganz leicht pendelt.

Dann wurden das Forum durchforstet und die Hinweise auf das zusätzliche Spiel der Rotorwellen und Verstellung der Verbindung zwischen Stabistange und oberen Blättern gefunden, was bei einigen das Problem ja beseitigt oder gelindert hatte. Ich hab alles versucht – von Kugelkopfverbindung kurz bis lang, innere und äußere Rotorwelle viel/wenig/ohne Spiel – es brachte nichts. Der Heli taumelte unbeirrt weiter vor sich hin.

Ich war schon ziemlich genervt, als ich beim Anpeilen des drehenden Rotorkopfes bemerkte, dass der oberer Rotor mit sauberem Spurlauf lief, während am unteren Rotor die Kreisebene der Blätter um etwa 1-2 cm in der Höhe variierte - der untere Rotor "eierte", ohne erkennbare Unwucht oder Spiel der Blattlagerung. Aha, die Taumelscheibe. Nach Demontage war daran aber per Augenschein kein Fehler festzustellen. Als ich die Taumelscheibe nun zwischen den Fingern fest zusammen presste, war ein deutliches "Klack-Geräusch" zu hören! Die obere Hälfte der Taumelscheibe rastete am Lager ein. Vermutlich sind die Taumelscheiben-Schalen (Version 2006) mit dem Lager verclipst.

Nach der obigen Maßnahme fliegt meine Bell wieder einwandfrei. Offenbar hatte der Rotorkontakt die beiden Hälften der Taumelscheibe gelockert.

Mein Fazit: Beim Befall mit dem Pendel-Virus den Spurlauf beider Rotoren prüfen. Die Erscheinung wird entweder am oberen Rotor durch Verformung oder ungeeignete (evtl. auch ausgeschlagene/angerissene) Lagerung der Stabistange oder am unteren Rotor durch schiefen Lauf bzw. Spiel der Taumelscheibe verursacht.

Meines Erachtens hat die Verbindung zwischen Stabistange und oberen Blatthaltern keinen Einfluss. Damit wird nur der Anstellwinkel der oberen Rotorblätter bestimmt, der über die gesamte Drehung konstant bleibt, weil die Stabistange immer horizontal rotiert. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass fehlendes Spiel in den Rotorwellen das Pendeln verursacht. Bei meiner Bell waren die Wellen im Neuzustand spielfrei eingestellt, und sie flog wunderbar. Jegliches Spiel in der Helimechanik ist doch i.d.R. von Nachteil. Wenn allerdings die Stabistange oder die Taumelscheibe unrund laufen, kann zusätzliches Wellenspiel ggf. die Symptome verringern, weil die Welle vertikal schwingt und den Spurlauf beruhigt. Es kompensieren sich zwei Fehler gegenseitig.

Allzeit freien Rotor
Ingo
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SVINGO
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Beiträge: 3416

BeitragVerfasst am: 09.05.2006, 20:35    Titel: Re: Micro Bell 47G: Taumeln/Pendeln im Schwebeflug Antworten mit Zitat

sehr schöner bericht Danke !! ist sicher für den einen oder anderen nützlich !!
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jogiheli
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Beiträge: 192

BeitragVerfasst am: 09.05.2006, 23:49    Titel: Re: Micro Bell 47G: Taumeln/Pendeln im Schwebeflug Antworten mit Zitat

Auch von mir einen Dank für den Bericht!

2 Sachen möchte ich ergänzen.
1. Man sollte die Taumelscheibenhälften verkleben. Das macht sonst früher oder später wieder Probleme.
2. Bei Verwendung von Aluköpfen: die Achsstummel am oberen Rotorkopf sind leicht konisch! Das führt zu einer Nullspielpassung in den Bohrungen des Alukopfes. Eine optimale Leichtgängigkeit erfordert ein Nacharbeiten der Achsstummel. Das geht einfach mit einer scharfen 4-Kant-Schlüsselfeile oder besser mit einem kleinen Werkzeug.

Werkzeug: ein Stück Metallrohr dessen Innendurchmesser gerade dem Anfangsdurchmesser des Achsstummels entspricht. Einarbeiten von Fräszähnen (mit Feile) an den Rohrrand.
Nun kann man das Rohr mit der Hands drehend auf die Achsstummel schieben und den Übergang zum Mittelstück plan abtragen...
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trumpetandy



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Beiträge: 49

BeitragVerfasst am: 10.05.2006, 00:06    Titel: Re: Micro Bell 47G: Taumeln/Pendeln im Schwebeflug Antworten mit Zitat

Quote:

Nun kann man das Rohr mit der Hands drehend auf die Achsstummel schieben und den Übergang zum Mittelstück plan abtragen...




Das verstehe ich nicht, willst du da ein Gewinde rein schneiden?

Ich will mir auch den Alukopf bestellen und ich dachte bis jetzt
das wäre eine tolle Sache ohne Nacharbeitung

Gruss Trumpetandy
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jogiheli
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Beiträge: 192

BeitragVerfasst am: 10.05.2006, 09:04    Titel: Re: Micro Bell 47G: Taumeln/Pendeln im Schwebeflug Antworten mit Zitat

Quote:

Das verstehe ich nicht, willst du da ein Gewinde rein schneiden?

Ich will mir auch den Alukopf bestellen und ich dachte bis jetzt
das wäre eine tolle Sache ohne Nacharbeitung

Gruss Trumpetandy



Kein Gewinde, LOL.
Das Röhrchen sieht aus wie ein Miko-Kreisausschneider und soll den Konus an der dicksten Stelle ein bisschen abtragen....
Aber keine Angst, manche passen ohne Nachbearbeitung. Im Allgemeinen haben die Leute unterschiedliche Vorstellung von Leichtgängigkeit. In Sachen Koax muss die Stabistange schon vom Draufgucken pendeln... Das geht nicht ohne kräftiges Spiel. Dieses, meinen die Leutz, will man nicht. Falsch. Der Stabi muss muss in der Gabel "klappern"! Wenn er präzise gelagert ist, geht er schon zu schwer. Ist das jetzt deutlich? Ich hatte bei meinem ersten Alu-Kopf die Bohrungen vergrößert. Das geht auch, versaut aber ohne Know-How den schönen Kopf. Ein wenig den runden Übergang der Blattlagerwelle zum Zentralstück winklig feilen, bringts auch. Hab ich so gemacht.
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